Kromfohrländer vom Hamburger Elbstrand
 

Die Gesundheit der Kromfohrländer

Ziel dieses Menüpunktes ist es, zu informieren, nicht Ängste zu schüren oder gar Panik zu verbreiten. Natürlich hoffen wir, dass unsere Hunde gesund sind. Dafür tun wir alles, was möglich und nötig ist. Sollte es aber dennoch einmal zu einer Erkrankung kommen, ist es manchmal lebenswichtig und immer hilfreich, informiert zu sein, so dass eine frühstmögliche Therapie Linderung oder sogar Heilung verschaffen kann. Ein anschauliches Beispiel für eine solche Notwendigkeit ist hier zu finden:

Erfahrungsbericht des Kromfohrländers Kaillou

 Das Bestreben eines jeden Hundezüchters sollte es sein, optimale Voraussetzungen zu schaffen, um seinen Hunden und ihren Nachkommen ein langes, gesundes und glückliches Hundeleben zu ermöglichen. Dieser Aufgabe stellen wir uns bei Prokromfohrländer selbstverständlich und nach bestem Wissen und Gewissen. Nur wesensfeste Hunde, die frei von erkennbaren Krankheitsmerkmalen sind, werden in der Zucht eingesetzt. Es werden nur Hunde verpaart, die bis in die 5. Generation keine gemeinsamen Ahnen haben und deren genetische Verwandtschaft ebenfalls möglichst weit auseinander liegt, soweit das in einer so kleinen Population möglich ist (näheres dazu ist unter Zuchtplanung bei Prokromfohrländer hier auf unserer Webseite zu finden). 

Auf der PK-Vereinsseite sind viele Informationen zum Thema Gesundheit und Krankheiten des Kromfohrländers zu finden. Das Ziel ist es, einen transparenten Umgang mit diesen Themen zu pflegen. Dort steht wie folgt geschrieben:

"Leider gibt es durch die Reinzucht seit mehr als 50 Jahren auch diverse Krankheiten, die in der Rasse gehäuft auftreten, wenn sie auch bisher von den sogenannten rassetypischen Krankheiten wie „Dackellähme“ oder „Hüftgelenksdysplasie“ verschont worden ist. Dazu gehören beim Kromfohrländer Epilepsie, Hyperkeratose, hereditäre Katarakt und in den letzten Jahren gehäuft auftretend autoimmunbedingte Erkrankungen der unterschiedlichsten Ausprägungen. Besonders besorgniserregend ist die deutliche Zunahme von Gelenkserkrankungen, wie z.B. die in einem untypisch jungen Alter beginnende Arthrose. Dazu kommen noch weitere Erbkrankheiten wie Cystinurie, Schilddrüsenunterfunktion, Allergien, Herzerkrankungen und Blutgerinnungsstörungen. Das alles sind Erkrankungen; die auch bei fast jeder anderen Hunderasse und ebenso bei Mischlingshunden auftreten. Im RZV der Kromfohrländer wurde in der Vergangenheit viel geleistet, um die gesundheitlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Beispielhaft sind hier die jährlich durchgeführten Gesundheitsumfragen, die den Gesundheitszustand der Population dokumentieren, die Einführung des Genotyp-Verfahrens, durch das das Auftreten der Epilepsie deutlich gesenkt werden konnte, und eine Deckbegrenzung, die den Einsatz der Zuchtrüden reguliert. Namhafte Kynologen, Genetiker und Populationswissenschaftler sind allerdings der übereinstimmenden Auffassung, dass eine weitere Zunahme von Krankheiten beim Kromfohrländer nur durch Blutauffrischung durchbrochen werden kann. (s. hierzu u.A. "Die Einkreuzung in der Rassehundezucht" von Dr. Sommerfeld-Stur). Durch ein gezieltes Einkreuzprogramm würde die genetische Vielfalt erhöht, die der Homozygotie entgegenwirkt. Die Wirkung würde über Generationen anhalten, eine deutliche Verbesserung der gesundheitlichen Situation bewirken und für die Zuchtplanung neue Möglichkeiten erschließen." Bekanntermaßen haben wir uns bereits vor vielen Jahren dazu entschlossen, ein solches Einkreuzprojekt durchzuführen. Erneut möchten wir an dieser Stelle betonen, dass es auch innerhalb dieses Projektes keine Garantie für gesunde Hunde gibt. Wir versprechen uns jedoch durch die Erhöhung der genetischen Vielfalt eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation innerhalb der Population.

Anneliese vom Hamburger Elbstrand, Projektkromfohrländer F1

Für einige Krankheiten sind bereits Gentests entwickelt worden. Hierzu gehören u.A. die digitale Hyperkeratose, Hyperurikurosie und von Willebrand Typ I, um nur einige zu nennen. Da alle unsere Hunde vor ihrem Zuchteinsatz (und zudem alle in unserem Verein geborenen Welpen) einem Genscan bei Genoscoper in Finnland unterzogen werden, können wir ausschließen, dass ihre Nachkommen von einer dieser Krankheiten betroffen sind, denn wir verpaaren keine Tiere, die dieselben Anlagen für eine dieser Krankheiten weitergeben können (s. Genetik).

Leider gibt es noch nicht für alle Krankheiten einen solchen Gentest. Hier geschieht die Zuchtlenkung über eine Zuchtwertschätzung. Dafür werden die Gesundheitsdaten der Hunde und ihrer Vorfahren, Geschwister und Nachkommen gesammelt und ausgewertet. Darüber können Wahrscheinlichkeiten bestimmt werden, mit denen genetische Defekte von einzelnen Tieren vererbt werden. Natürlich werden bei uns keine erkrankten Hunde verpaart. Nehmen wir z.B. ein Hund, der von einer Patellaluxation betroffen ist. Diese Erkrankung ist bekanntermaßen erblich. Und das ist sie auch noch nach einer erfolgreichen Operation, darum wird ein solcher Hund bei uns von der Zucht ausgeschlossen. Ebenso ein Hund, der mit einer Gaumenspalte zur Welt gekommen ist, selbst wenn es möglich war, diese chirurgisch zu schließen. Eine Cystinurie, bei der nach einer Nahrungsumstellung unter der Diät keine Kristallbildung mehr im Urin vorliegt, bleibt dennoch eine Cystinurie....

Weiter gibt es Krankheiten, die multifaktioriell vererbt werden, d.h. bestimmte Merkmale treten durch das Zusammenspiel genetischer und nichtgenetischer Faktoren auf, wie es in der Regel bei Autoimmunerkrankungen der Fall ist.

Ausnahmslos jeder Hund trägt Anlagen für genetische Defekte, Rassehunde ebenso wie Mischlinge. Nahezu alle daraus resultierenden Krankheiten werden rezessiv vererbt, d.h. ein Individuum muss die Anlage von beiden Elternteilen bekommen, um die Krankheit zu entwickeln (s. Genetik). Je näher zwei Tiere miteinander verwandt sind, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Anlage für denselben Defekt in sich tragen und vererben können. Darum sehen wir uns sowohl die genetischen Informationen an wie auch die familiäre Situation der zu verpaarenden Tiere, um so die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Krankheit bei unseren Hunden auf ein Minimum zu reduzieren, wenn wir es schon nicht ausschließen können (s. Wurfplanung bei Prokromfohrländer).

Eine frühzeitige Therapie kann Leiden verringern. Darum möchten wir über das mögliche Auftreten von Krankheiten informieren. Hier geht es nicht um Verunsicherung, sondern um Aufklärung. Nachfolgend sind einige Erkrankungen aufgeführt, wie sie beim Kromfohrländer vorkommen können. Das Auftreten von einigen von ihnen können wir wegen der bei Prokromfohrländer obligatorisch durchgeführten Gentests für unsere Nachkommen ausschließen, dennoch sollen die Informationen dazu hier nicht fehlen:

Coffee vom Hamburger Elbstrand, Projektkromfohrländer F2


>> Informationen zum Thema "Kastration"